Eigentlich geht es mir momentan wirklich gut, eigentlich. ja, okay, meine Hüfte tut so unfassbar weh das ich manchmal aufschreie vor Schmerzen. Wie ein Stromstoß durchzieht es mich. Ich werde denke ich die Tage den Arzt aufsuchen, weils echt schlimmer wird. Aber vielleicht ist das, ebenso wie meine Schlaflosigkeit und das Sodbrennen nun Psychosomatisch.
An sich gehts mir grade auch Psychisch gut. Im Vergleich wie Labil ich vor einem Monat war zumindest.
Aber ich stehe ziemlich unter Druck. Es gibt da eine Sache die belastet mich ungemein.
Ich kann darüber zwar mit A & T gut reden, aber über das gerade geführte Gespräch muss ich jetzt schreiben. Zu viele Gedanken im Kopf als um sie um halb 12 Nachts meinen Freundinnen gebündelt als Whatsapp zu schicken. Also muss der gute alte Müllschlucker Blog herhalten. Damit ich ein Ventil habe. Verarbeiten kann. Darüber nachdenken - Revue passieren lassen.
Gestern Abend hat er nachgeschaut, ob er die Prüfungen bestanden hat und wann er die Vorlesungen hat.
Er hat sie nicht bestanden.
Nicht eine.
Schon wieder nicht.
Ich habs geahnt, und auch er wusste es. Aber was in diesem Moment in meinem Körper passierte empfand ich als unfassbar unangenehm und es hat mir Angst gemacht. Mein Herz machte einen Satz. Adrealin pumpte durch meine Adern. Das Baby trat wie verrückt. Mein Herz rasste. Negativer Stress. Unmengen davon. Furchtbar. Eine Schlaflose Nacht lag vor mir, fruchtbares Sodbrennen wogegen auch zwei Rennies so gut wie nicht halfen, und einfach das Gefühl so Hilflos zu sein.
Der Tag brach irgendwann hinein, die Arbeit lenkte mich ab. Ich sprach mit A. und mit Mama, über das Problem. Die Sache. Ging einkaufen, schlief eine halbe Stunde, putzte das Bad, hing die Wäsche auf. Vorher waren wir dann noch lange mit den Mädels beim Essen und quatschen.
Und danach sprachen wir.
Zuerst sprach nur ich, und er schaute immer wieder auf den PC "schau mich wenigstens an wenn ich mit dir rede,bitte" und das tat er dann auch. Und es sprudelte nur aus mir aus. Worte, Sätze. Sicher auch verletztend - die Wahrheit ist oft verletzend. Aber ich muss mich Schützen und was noch viel wichtigter ist, das Baby. Unser Baby. Das ungeborene Kind. Das kann nichts dafür. Das er nichts auf die Rille bringt.
Der enttäuschenste Satz war als er meinte er sei zu Faul gewesen zum lernen. Absolute Wahrheit, dass sagte ich ja auch schon. Aber es war so... wie ein Schlag in die Fresse. Alle neune ! Was war es dir nicht Wert zu lernen ? Was war dir so viel wichtiger ? Die Wochenenden durchzufeiern ? Zu Chillen ?Wir bekommen ein Baby. Wir haben Verantwortung. Wir sind keine 18 mehr. Wir tragen ne große Verantwortung, für unser Leben und nun auch bald für das des Kindes. Sag mir, wenn du diese verantwortung nicht übernehmen willst - dann weiß ich woran ich bin. Erleichtert war ich, als er sagte, dass er selbstverständlich die Verantwortung dafür übernehmen würde.
Aber er muss es schaffen. Verdammt. Er wird 29. Nichts in der Tasche. Kein fertiges Studium. Keine Ausbildung.
Ich hab das so nie gewollt.
War immer so stolz auf meine Unabhängigkeit. Darauf meine Eltern nie nach Geld fragen zu müssen, den Monat rum zubekommen ohne große Finanzielle Probleme zu haben. Mir was leisten zu können, zu Wirtschaften, wenn auch sehr auf meine eigene Art und Weise. Darauf es alleine zu schaffen. Ja, darauf bin ich Stolz.
Aber ich habe große Angst bald Hilfe zu brauchen. Weil er zu FAUL war.
Ich weiß nicht, was wäre, wenn ich kein Kind von ihm erwarten würde.
Ich wäre noch unterwegs. In der Welt. Wir hätten keine Wohnung. Und nur die Verantwortung für uns. Wären wir noch zusammen ? Hätte ich mich nach diesem Gespräch getrennt ? Wäre ich gegangen ? Das sinkende Schiff verlassen ? Ich will darauf keine Antwort geben.
Die Fragen sind unrelevant.
Wir wohnen zusammen. Ich reise nicht mehr. Ich bekomme ein Kind von ihm. Wir werden Eltern. Und ich will das wir gute Eltern sind. Das das Kind, aber auch ich, aufschaut. Zu ihm. Ich will das er es schafft. Für sich, sein Selbstwertgefühl. Und für mich. Und - das allerwichtigste für das Kind.
All das und noch so viel mehr habe ich ihm gesagt. Ruhig. Ohne Tränen. Aber bestimmt. Und das ich ein Kind bekomme. Und nicht dann zwei habe. Er ist der Mann, und nicht mein Kind. Ich will helfen, aber ich werde nicht betteln das er lernt. Ich bin nicht die Mutter von ihm - nur von dem Baby wenn es da ist. Er muss sich Hilfe suchen - und ich unterstütze ihm. Bin da. Steh hinter ihm und tu was ich kann. Und wenn ich dafür auch ein halbes Studium machen muss - ich versuchs. Alles was mir in der Macht steht.
Und manchmal glaube ich, ist aufgeben nicht als Schwäche zu betiteln, sondern zeugt von Stärke. Auch das sagte ich, ich bin dafür das du aufgibst und neu anfängst und zwar eine Ausbildung. Deine Eltern sind dafür das du es bis zum "bitteren Ende" versuchst. Was du machst, entscheide dich, aber schaff es dann. Ich steh hinter dir.
Mir geht es nicht gut damit. Es drückt auf meine Schultern. Und ich weiß nicht, was ich ändern soll. Was ich besser machen soll. Er sagt, ihm in den Arsch treten. Ich will es versuchen. Aber... sollte man mit 28 nicht Erwachsen genug sein um es aus eigener Motivation zu schaffen ? Die Stärke haben ?
Seine Gleichgültigkeit trifft mich.
Ich merke, irgendwas macht es mit ihm. Aber auf einer gewissen Art und Weise hab ich das Gefühl das es ihm egal ist.
Und ich weiß, dass wenn er es nicht schafft, es auch unsere Beziehung es nicht schaffen wird. Weil ich den Respekt verliere. Weil die Liebe verloren geht. Weil ich nicht aufschauen kann. Es klingt so böse, aber ich will ehrlich sein, zu mir selber. Ich will ihn nicht verlieren und ich will unserem Baby eine schöne Kindheit bieten. Solide. Mit viel Freude. Lachen. Und Sicherheit. Und dazu gehört auch die Finanzielle Sicherheit. Und die Liebe des Vaters. Was ist, wenn das Größte Geschenk des Himmels ihm egal ist ? Gleichgültig ? Er sie nicht liebe kann ? Davor habe ich Angst. Wenn wir es doch schon nicht Wert waren zu lernen ? So viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Ich fühl mich leer und ausgebrannt. Überfordert. Wa sist richtig, was falsch.
Ich will noch nicht aufgeben. Wir kämpfen weiter.
Es ist nur eine Phase im Leben. Man kann doch auch ohne Hochzeit versuchen in Guten wie in Schlechten Zeiten zueinander zu stehen und sich zu Unterstützen soweit es geht. Ich will es versuchen. Jeden Tag wieder. Für mich. Für dich. Für das Baby. Für mein Kind. Für das was in einigen Monaten "mein Leben" sein wird. Alles was ich habe. Und alles was ich brauche.
Was hält mein Leben noch für mich bereit ? Was hat der liebe Gott noch für Prüfungen für mich ? Werde ich sie bestehen ? Oder scheitere ich ?
Ich hoffe ich habe die Kraft. Und das Durchhaltevermögen.
Aber ich weiß für wen ich Kämpfe. Und weswegen. Und ich werde "aufgeben" wenn es für dich, für uns, das beste ist. Das wichtigste ist, dass das Baby nicht darunter leidet. Denn das Baby - das Kind, ist das wichtigste. Für immer.
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